Malkontentista – Hans Castorp II

Eröffnung
Freitag, 9. Oktober 2015, 19 h

Laufzeit
10. Oktober – 15. November 2015

In seinen vielschichtigen Arbeiten verwebt der Hamburger Künstler Armin Chodzinski virtuos Formate, Inhalte und Kontexte. Fragmente aus Popkultur, Werbe- und Unterhaltungsfernsehen, Unternehmenshymnen, Klassenkampf, Organisationstheorie, Kunst und Wirtschaft kondensieren sich in raumgreifenden Installationen, in Videos, Radiosendungen oder in auch als „Kunst-Musik-Bildungs-Revuen“ zu bezeichnenden Lecture Performances.

In der Ausstellung Malkontentista oder Hans Castorp II verschränkt der Künstler Zeichnungen von Grafiken und Diagrammen, eine Nebelmaschine, eine selbstgenähte Fahne und Der Zauberberg von Thomas Mann. Die Zeichnungen, deren Ursprung in Quartalszahlen, Businessmodellen, Geschäftsberichten und Organisationsforschung sich noch erahnen lässt, wirken manisch und losgelöst von jeglichem Wirklichkeitsbezug. Die Strukturen erklären keine Zusammenhänge, sind nicht mehr operativ wirksam, stellen nichts dar als sich selbst. Daneben, in der Ecke platziert der Künstler eine Fahne, auf die der Schriftzug „Malkontentista“ gestickt ist. Es ist eine Fahne der Unzufriedenheit, eine kämpferische Geste ohne Imperativ, eine verärgerte Bestandsaufnahme, die zugleich wieder in sich zusammenfällt. Zusammen mit dem wiederkehrenden Nebel bildet sie die Kulisse für den imaginären Hans Castorp, den Protagonisten aus Thomas Manns Der Zauberberg.

Armin Chodzinskis künstlerische Arbeiten sind gesellschaftlichen Organisationssehnsüchten und -prozessen inmitten einer fundamentalen Transformation gewidmet. Er verknüpft formal und inhaltlich Fragen der Kollektivität, der Romantik und einer gesellschaftlichen Struktur, die sich von hierarchischen Prinzipien zum Netzwerk und zum Schwarm entwickelt.

Ein wichtiges Prinzip von Chodzinskis Arbeit ist die künstlerische Forschung, seine Methode ist der Selbstversuch. Um Ökonomische Zusammenhänge zu verstehen, lautete eines seiner ersten Projekte Armin Chodzinski muss ins Management!, woraufhin er tatsächlich über mehrere Jahre in der Führungsriege eines Lebensmittelkonzern arbeitete. Seine Doktorarbeit Kunst und Wirtschaft. Peter Behrens, Emil Rathenau und der dm-Drogeriemarkt baut auf diese Erfahrung auf. Aktuell sind 4 Teile seines Dr. C.’s Conversationslexikon in der ARD Mediathek zu hören.

Weitere Informationen
www.chodzinski.com

 

Opening
Friday, October 9, 2015, 7 p.m.

Duration
October 10 – November 15, 2015

Hamburg based artist Armin Chodzinski virtuously combines formats, contents and contexts in his multi-faceted work. He condenses fragments of pop culture, advertising and entertainment television, corporate anthems, class struggle, organization theory, art and business into large-scale installations, videos, radio broadcasts or lecture performances that also can be described as „art-music-education-revues.“

His exhibition at uqbar, titled Malkontentista oder Hans Castorp II, combines drawings of graphs and charts, a fog machine, a self-made flag and The Magic Mountain by Thomas Mann.
The drawings appear manic and lack any reference to reality. Their origin in quarterly financial statements, business models, management reports and organizational research is still vaguely perceptible, yet the structures no longer explain any relationships, are no longer operationally effective, but only refer to themselves. Next to them, in the corner the artist placed a flag showing an embroidery that reads „Malkontentista“. It is a flag of discontent, a militant gesture without imperative, an angry inventory, which at once collapses like a house of cards. Along with the recurring fog it forms the stage for the imaginary Hans Castorp, the protagonist of Thomas Mann’s The Magic Mountain.

Armin Chodzinski art works deal with the social process of and the desire for organization in the midst of a fundamental transformation. Formally and content wise, he links issues of collectivity, of Romantic and of a specific social structure which develops from hierarchical principles into a network and a swarm.

One important principle of Chodzinski’s work is the artistic research, his method is the self-experiment. In order to understand economics, one of his first projects was titled Armin Chodzinski goes into management. Consequently, he actually worked over several years in the management of a food company. His doctoral thesis Art and Business. Peter Behrens, Emil Rathenau and the dm drugstore built on this experiment. Currently you can listen to 4 parts of his Dr. C.’s Conversationslexicon on the ARD Mediathek.

dr. c.’s conversationslexikon

Der September – also der Monat des Conversationslexikon – neigt sich dem Ende.
Eine gute Sache ist’s und wir sind alle recht zufrieden über das was dann schlussendlich dabei heraus gekommen ist. Wenn Ihnen das auch so geht, dann lassen sie es hier – etwas aufwendig – jemanden wissen; es gibt ja noch eine Menge weiterer Buchstaben!

Besuchen und nutzen Sie aber auch die Skripte und die Wege zu den Mediatheken, die hier versammelt wurden und sich öffnen, wenn Sie ein Bild anklicken!

W wie Wachstum
G wie Geld
E wie Effizienz
S wie Schulden

 

 

 

 

 

Incertitudes / Ungewissheiten II

Incertitudes/Ungewissheiten / Lu, 14.09.2015 –Ven, 23.10.2015 / Goethe_Loft, 18 rue François Dauphin
/ 69002 Lyon / Avec des œuvres de Babak Behrouz, Carsten Benger, Christiane Blattmann, Armin Chodzinski, Marlene Denningmann, Anja Dietmann, Jens Franke, Verena Issel, Anna Steinert et Helena Wittmann. Sieht irgendwie gar nicht uninteressant aus:
P1110772Horaires d’ouverture : De lundi à vendredi : 14h – 18h30 / Exceptionnellement, l’exposition fermera à 17h les 24.09 et 02.10. Merci de votre compréhension !

Incertitudes / Ungewissheiten ab 11. September

Eine Ausstellung im Goethe-Institut Lyon für die die sich in Lyon langweilen…

DSC_3159Vernissage le vendredi 11 septembre 2015, 19h

Avec des œuvres de Babak Behrouz, Carsten Benger, Christiane Blattmann, Armin Chodzinski, Marlene Denningmann, Anja Dietmann, Jens Franke, Verena Issel, Anna Steinert et Helena Wittmann

L’exposition présente une sélection d’artistes de Hambourg qui ont obtenu une bourse de la ville en 2015. L’état d’incertitude y est décliné à la fois comme moment de quête et espace de potentialité. On y retrouve la perte de certitude et de responsabilité, mais aussi la possibilité d’une marge de manœuvre individuelle et collective. Les installations reflètent un usage délibéré de techniques et de matériaux éphémères.

En Résonance avec la Biennale de Lyon 2015
En coopération avec le Kunsthaus Hamburg et la Kulturbehörde Hamburg.
Goethe-Loft / 18 rue François Dauphin  / 69002 Lyon

philosophie des laufens

COACV5tXAAACCNd.jpg_largeIm Oktober erscheint im mairisch verlag das schöne Sachbuch Die Philosophie des Laufens.

Darin enthalten ist der aufrüttelnde Text: Runners Delight. Eine Predigt in vier Phasen! von mir und Beiträge von Jan Drees (Schriftsteller, Journalist und Junioren Europacupsieger über 800 Meter), Isabel Bogdan (Autorin, Übersetzerin und Bloggerin), Robert Semmler (dpa-Journalist), Maximilian Probst (Clemens-Brentano-Preisträger, Autor für ZEIT und taz), Florian Blaschke (Blogger, Redaktionsleiter t3n Magazin), Armin Chodzinski (Künstler, Autor und Performer), Michael W. Austin (Eastern Kentucky University), Gregory Bassham (King’s College, Pennsylvania), J. Jeremy Wisnewski (Hartwick College), Raymond J. VanArragon (Bethel University, Minnesota), Chris Kelly (University of Maryland), u.a.

CHOR: Oh man, that sounds … marvelous!
(Laut lesen)
Während das Tanzen den Rhythmus von außen braucht, bereitet das Laufen den Boden für den eigenen Rhythmus, für den Rhythmus tief aus dem Inneren Deiner Seele, um den Geist zu befreien!
CHOR: Tell us more!
(Laut lesen)
Du lieferst Dich Dir selbst aus! Dein Leib! Deine gefühlt pomadige Dickheit! Die Tage, an denen ein teigiger Körper bleischwer an Deinen schmerzenden Knochen hängt … Im Laufen lässt Du all das Funktion werden und sein und befreiest Deinen Geist …
CHOR: Oh, yeah man!
(Laut lesen)
Laufe niemals in Gemeinschaft und sprich nur mit Dir selbst!
CHOR: Oh, we will … we will